Wie facebook einen deutschen Kanzler zensiert.

Posted by Rieke - 7. März 2019 - News - No Comments

Laut zahlreichen Umfragen, war Helmut Schmidt der beliebteste Kanzler
der Deutschen – doch Facebook zensiert seine Worte und sperrt einen Account.

100 Jahre wäre Helmut Schmidt (Bundeskanzler 1974-1982) im vergangenen Dezember geworden, er ist allerdings im Jahre 2015 gestorben. “Die Welt” umschreibt ihn unter anderem so: Schmidt war hochintelligent, hatte eine rasche Auffassungsgabe, großes strategisches Verständnis, behielt stets die Zügel in der Hand und geriet nie in Panik, wählte treffende Worte und brillierte oft rhetorisch.

Doch wenn man seine “treffenden Worte” heute auf facebook zitiert – wird zensiert.  So geschehen mit dem facebook Account von Wolfgang Rabe. Dieser veröffentliche letzten Monat mehrere Zitate des intelligenten Mannes auf seinem FB Account.

Ja, die Aussagen sind umstritten, ohne Frage … aber es sind nun einmal Aussagen, die ein deutscher KANZLER ausgesprochen hat!

Beispiel:  “Wir können nicht mehr Ausländer verdauen, das gibt Mord und Totschlag”

Dies hatte Schmidt 1981 auf einer Veranstaltung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) gesagt. Man kann dies gerne als Gesprächsgrundlage nehmen und Argumente liefern über die Lage 1981 und die Beweggründe warum der Kanzler ein Ansteigen der Ausländerzahlen für gefährlich hielt. Das unkontrollierter und unkoordinierter Wachstum dieser Zahlen böse ins Auge gehen kann – daran dürfte heute eigendlich ohnehin kein Zweifel bestehen.

Ich kann mich an diese Zeit noch erinnern. “Ausländer raus” , “Das Boot ist voll” waren damals gesellschaftsfähige und wenig seltene Aussagen, sowohl auf dem Schulhof als auch in TV Interviews – der Wandel kam erst mit groß und langfristig angelegten Kampagnen, nachdem Asylheime in Flammen auf gingen und der Staat dringenden Handlungsbedarf sah. Seine Aussage zum damaligen Zeitpunkt war von daher für die damalig übliche Ausdrucksweise – völlig ok.

Zu den zitierten Aussagen Schmidts schrieb Rabe: „Helmut Schmidt und ich – wir beide sind ‘Nazis’ – weil wir der gleichen Meinung sind, nur mit dem kleinen Unterschied, daß er es schon vor 30 Jahren gesagt hat.“ Daraufhin wurde er wegen des Eintrags für 30 Tage von Facebook gesperrt, wie Rabe der JUNGEN FREIHEIT bestätigte.

Facebook begründet die Sperre mit einem Verstoß gegen die Gemeinschaftsstandards.

Wie gesagt, etliche Aussagen Schmidts sind diskussionsfähig, müssen aber im Kontext der damaligen Zeit betrachtet werden. Und das Rabe unseren Alt Kanzler mal eben für seine Zwecke missbraucht und diesen zum Nazi degradiert, ist sicherlich nicht fein und unterstreicht seinem zweifelhaften Gedankengut.

Aber was facebook macht ist reine Zensur. Das darf in diesem Ausmaß nicht einmal unser Staat. Und wir müssen aufpassen, das unter dem Deckmäntelchen der Bekämpfung von “Hassreden” und anderer moderner Befindlichkeiten, die Meinungsfreiheit nicht unter die Räder kommt.  Und vor allem darf ein kommerzieller  US Gigant, der mit unseren Daten und unserer Privatsphäre unmoralisch umgeht wie es ihm gefällt – nicht die Macht und Deutungshoheit inne haben, um diese Zensur durchzuführen! Das war unser Kanzler und das waren seine Worte und die gehören auch in 30 Jahren nicht zensiert.

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