So manch Denic Mitglied und Provider hat kurz nach Bekanntwerden der geplanten Vergabe der Ein- und Zweistellgen Domains geahnt was kommt und beschlossen die Gelegenheit nicht zu nutzen sich an der Gier nach Kurzdomains und dem am Rande der Legalität abspielenden Szenarium  zu beteiligen. Viele Andere rieben sich die Hände.

Nicht nur das kaum ein Kunde nachprüfen kann ob sein Provider jetzt nur Geld für eine “Erfolgs- Unabhängige Vormerkung kassierte oder ob der Provider wirklich versucht hat die Domains zu sicher. z.B. Domain24 verlangte 500 – 1000 Euro nur für den “Versuch” EINE Domain zu registrieren. (Hat dieses Denic Mitglied für diesen besonderen teuren Service eigentlich irgend eine Zwei-Zeichen Domain sichern können ? )

Nicht nur das die Reihenfolge in der diese Versuche dann an die Vergabestelle geschickt werden sollten, “Gebots Abhängig” war, also wer bereit ist den Höchsten Betrag für eine “erfolgreiche” Registrierung zu bezahlen, dessen Domain-Registrierung wird auch als erstes “versucht”.

Da die Denic Mitglieder aus Technischen Gründen alle Reg Aufträge erst mal im eigenen Namen durchführten, muss auch noch in Frage gestellt werden ob man …. wenn man denn den 6er im Lotto hat und den Zuschlag erhält … die Domain auch wirklich bekommt, oder ob der Provider oder das Denic Mitglied die Domain bei Erhalt dann doch lieber an den Meistbietenden abgibt ?

Ein solcher Verdacht steht derzeit im Fall der begehrtesten Domain TV.de im Raum. Auf der Domain Handelsprallform Sedo,  wurden die Kurz Domains bereits vor der Registrierung versteigert.  Sedo wollte mit Hilfe eine rganzen Reihe nicht näher genannter Denic Mitglieder Partnerschaftlich versuchen die Domains für die Höchstbietenden zu registrieren.  Spekulanten rechnen damit das bis zu 50 Denicmitglieder sich dieser Aktion angeschlossen haben könnten, zahlreiche Domains wurden auch wirklich an diesen Verbund registriert, ich glaube bei den 1-2 Zeichen Domains erhielt Sedos Gemeinschaft die Mehrheit der Domains und dürfte sehr viel Gewinn damit gemacht haben.

Die Domain auf welcher das höchste gebot lag, war die Domain tv.de mit 279 499 Euro. Für einen Normalsterblichen Internetnutzer somit eigentlich unerreichbar.  Doch nicht Sedo bekam den Zuschlag sondern Key-Systems.

Kurz nach Start verkündete das Online-Magazin Netzwelt stolz den Zuschlag für die Domain tv.de über seinen Provider Key-Systems erhalten zu haben.  Laut Netzwelt hatte man sich telefonisch von seinem Provider Keysystems bestätigen lassen, das man dort für die Domain tv.de auf Position 1 der Vergabeliste bei Key-Systems stehe, immerhin hatte man 20.000 Euro geboten.

Als Geschäftsführer Sascha Hottes den Eigentümer Eintrag “Key-Systems” bei Denic sah freute er sich riesig über den “Lotto-Gewinn” und rief direkt bei seinem Provider an um sich die Bestätigung geben zu lassen. Doch es gab keine. Die Technik müsse erst prüfen, man melde sich wieder. Der verständliche Wunsch die  Geschäftsleitung zu sprechen, wurde abgelehnt.

Hottes bekam laut Focus Angst das Key-Systems “seine” Domain nun doch anderweitig verkauft und zog direkt einen Anwalt hinzu, welcher dem Provider eine Unterlassungsaufforderung zugestellt, wonach die Domain bis zur vollständigen Klärung nicht an Dritte herausgegeben werden dürfe.

Der Provider war bisher für eine öffentliche Stellungsnahme nicht mehr zu erreichen.  Inzwischen hat die Domain den Besitzer gewechselt. Sie gehört jetzt einem Holger K. mit Sitz in Spanien und nicht mehr Key-Systems.

Der Verdacht das hier nicht alles mit rechten Dingen abgelaufen ist, drängt sich grade zu auf.

17 weitere Zwei-Zeichen Domains wurden von  Keysystems gesichert :

hu.de
hz.de
il.de
jd.de
jf.de
ji.de
jn.de
jx.de
ks.de
kx.de
mq.de
nd.de
nx.de
py.de
qn.de
vg.de
xm.de

Warten wir mal ab ob es dazu in den kommenden Tagen noch Stellungnahmen gibt, oder die Sache stillschweigend unter den Tisch fällt… den Beweisen kann man ja eh nichts von dem was im Zuge dieses Goldrausches in stillen Kämmerchen durchgeführt wurde.

[Update]

Wir haben eine Stellungnahme von Key-Systems erhalten, die neben viel Eigenlob zu Erfahrung und Technik dann das angewendete Verfahren erklärte. Die Domains  erst auf den eigenen Namen Registrieren, dann an einen “Trustee” übertragen (An Verwandte ins Ausland, auf die die zweifelhafte Domain auch heute noch registriert ist?)  um auf Geldeingang zu warten. Sobald eine Domain dann bezahlt ist, werde die Domain an den neuen “glücklichen” Besitzer übertragen. Genau dieser “transparente Prozess” habe auch bei tv.de stattgefunden.

Die Aussage des Kunden “er” (wurde nicht Namentlich genannt, aber gemeint ist hier wohl Netzwelt)  “habe gehört, er stünde an Listenplatz 1 ist falsch und für Key-Systems nicht nachvollziehbar. Diese Aussage wurde von Key-Systems nicht getätigt.”

Unsere protokollierten Auftragseingänge zu der .de-Vergabe belegen klar, dass der Betreffende die Vormerkung erst bei uns abgab, nachdem bereits mehrere andere sich für die Domain vorregistriert hatten.

Mittlerweile habe sich herausgestellt “dass der Kunde das Prinzip der mehrfachen Vorbestellungen nicht verstanden hatte, und davon ausging, als einziger eine gültige Vorbestellung abgegeben zu haben. Dies ist nicht der Fall.”

Die Stellungnahme ist sehr eigenartig, denn Netzwelt hatte immerhin ein 20.000 Euro gebot abgegeben und sich erst daraufhin bestätigen lassen das er auf Platz 1 der Bieter für diese Domain stehe … dann wird plötzlich gesagt, ja aber er war ja nicht der “erste” der sich Domain vormerken lies, da waren andere ja schon vor ihm.  Ähm, ich glaube ICH habe  falsch verstanden wenn höchst bietendes Gebot nicht mehr vor “wer war zuerst da” geht ?

nachdem bereits mehrere andere sich für die Domain vorregistriert hatten” Wenn es also danach ging wer zuerst kommt , malt zu erst … dann hätte es ja keine Gebote gebraucht … und auch keine Mehrfach-Vormerkungen ?

Die besagte Domains ist immer noch in der Hand der Spanischen Verwandtschaft (zumindest auf deren Adresse), die Admin C Einträge natürlich sicherheitshalber auf den Namen einer Rechtsanwalts Kanzlei, das ist im Moment wohl auch besser so 🙂