Kurz erklärt: Das Mooresche Gesetz

Posted by GSL-Team - 11. Januar 2019 - Kurz erklärt, News, WebWirtschaft - 1 Comment

„Das Mooresche Gesetz ist nicht umsetzbar“, erklärte Nvidia-Chef Jensen Huang auf der CES. „Das Mooresche Gesetz bedeutete eine Steigerung um das Zehnfache in jeweils fünf Jahren und das Hundertfache in zehn Jahren“, sagte der Mitgründer des Grafikkartenherstellers im Podiumsgespräch mit Journalisten und Analysten auf der Elektronikmesse CES 2019. „Jetzt gibt es nur noch einen Zuwachs um ein paar Prozent im Jahr. Vielleicht noch eine Verdoppelung in jeweils zehn Jahren. Moore’s Law ist also am Ende.“

Zum besseren Verständnis soll Moore’s Law hier kurz erklärt werden: Intel-Mitgründer Gordon Moore formulierte 1965 das „Mooresche Gesetz (Moore’s Law)“, das besagte, dass sich die Anzahl von Schaltkreiskomponenten auf Computerchips in regelmäßigen Zeiträumen zwischen 12 und 24 Monaten verdoppeln lasse.

Daraus abgeleitet wurde eine Leistungsverdoppelung für Computerchips in diesem Zeitraum, wovon bisher auch Mobilgeräte wie Smartphones und Tablets profitierten.

Im Kleinen wird es unscharf

Allerdings ist bei dieser Leistungsverbesserung, die hauptsächlich auf der Verkleinerung der Chipstrukturen beruht, so langsam das Ende der Fahnenstange erreicht ist und die Integrationsdichte kaum noch gesteigert werden kann.

Chips auf Basis des Halbleitermaterials Silizium nähern sich an die Größe einzelner Atome an, und es wird es zunehmend teurer und technisch aufwendiger, die von Moores Gesetz geweckten Erwartungen weiter zu erfüllen.

Intel hat noch Probleme mit dem Schritt zur 10-Nanometer-Fertigung , während andere Hersteller wie Samsung oder AMD schon mit der Chipherstellung in 7 Nanometer Strukturbreite begonnen haben.

Der taiwanische Hersteller von Mobilchips MediaTek will bald an 5-nm-Chips arbeiten – damit besteht eine Leiterbahn auf den Chips nur noch aus 50 nebeneinanderliegenden Goldatomen (mit einem Durchmesser von 0,1 nm oder einer Angström-Einheit).

Noch keine echten Alternativen in Sicht

So mancher weckt noch Hoffnungen, Silizium als Basismaterial für Transistoren durch Graphen ablösen zu können, der nur ein Atom dicken Schicht aus kristallisiertem Kohlenstoff.

Andere hoffen auf Quantencomputer, die theoretisch Millionen Rechenvorgänge gleichzeitig abwickeln können, aber nur mit enormem Aufwand in ihrer Umgebung stabilisiert werden können und aktuell noch nicht mal in der Lage sind, schneller zu arbeiten als ein Uralt-PC – nicht wirklich die Basis für zukünftige Smartphones…

Foto: Gordon E. Moore, CC BY-SA 3.0

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