Die Samwer-Copycats bringen Rocket Internet an die Börse

Posted by GSL-Team - 2. Oktober 2014 - News, WebWirtschaft - No Comments

Die Berliner Plagiatoren schlagen wieder zu: Zum zweiten Mal in dieser Woche verkaufen die Samwer-Brüder eines ihrer Unternehmen. Nach Zalando gestern ging es heute um Rocket Internet, den sogenannten “Inkubator” – besser die Raubkopierschmiede der Gebrüder mit dem asozialen Touch.

Abgucken, was irgendwo in der Welt gut läuft und dann einfach kopieren – das ist auch dann nicht richtig, wenn das Gesetz es nicht ausdrücklich verbietet.

Zurzeit werden bei Rocket Internet gerade ca. 50 neue Kopien “ausgebrütet”, von denen selbst die 20 größten durch die Bank noch rote Zahlen schreiben – nicht wirklich ein toller Anreiz, um da Geld zu investieren.

Die Wirtschaftswoche titelte zu den Samwer-Brüdern “Die Glorreichen Halunken”, und selbst die seriöse FAZ kommt ungewöhnlich flapsig zu einer Bewertung, wonach in Bezug auf Rocket Internet das Urteil gelte, dass “die Sache noch keinen Gewinn” abwerfe und auch die Umsätze dürftig seien.

Der Grund dafür: Alleine zehn der Rocket Internet-Beteiligungen haben nach Recherchen derWirtschaftswoche und des ZDF Magazins Frontal 21 rund 431 Millionen Euro Jahresverlust eingefahren.

Schon beim Börsengang von Zalando gestern gab es eher lange Gesichter – der Schrei vor Glück war schnell verhallt. Am Abend war nach einem kurzen Rauf und Runter gerade mal wieder der Ausgabekurs von 21,50 € erreicht, heute verlor die Zalando-Aktie fast 14 Prozent.

Bei Rocket Internet soll es mit 42,50 € auch wieder am oberen Ende der Spanne losgehen und damit rund 1,6 Milliarden Euro in die Kassen von Samwer, Samwer, Samwer & Co. spülen. Die Firma hätte dann einen Börsenwert von fast 7 Milliarden Euro – schon ein schlechter Witz, wenn es nicht so traurig wäre, dass man mit Raubkopien erfolgreicher Internetgeschäfte heutzutage Milliarden an der Börse einsammeln kann.

Auch die Rocket-Aktie verlor kurz nach ihrem Start ungefähr 14 Prozent und endete heute Abend mit zweistelligen Verlusten.

Die Samwer-Börsengänge zeigen, dass das Kapital offensichtlich verzweifelt nach Anlagemöglichkeiten sucht. Ich hätte einen guten Vorschlag für die Herren Investoren:

Schmeißt das Geld besser aus dem Fenster, das sorgt dann wenigstens für einen Konsum-Schub durch die Menschen, die es aufsammeln und dann ausgeben. Sozialer und gerechter als Raubkopierer an der Börse zu adeln ist das allemale…

 

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