Der Internet Explorer ist nicht tot zu kriegen

Posted by GSL-Team - 24. November 2018 - Browser, Magazin, News, WebWirtschaft - 1 Comment

Schon vor fast drei Jahren, zum Jahreswechsel 2015/2016, verkündete Microsoft das Support-Ende für alle älteren Versionen seines in die Jahre gekommenen Browsers Internet-Explorer. Für Windows 10 entwickelte Microsoft den ganz neuen Browser Edge, so dass auch für den letzten der Familie, den Internet Explorer 11 das Ende gekommen zu sein schien. Der Browser, Damals hieß es von Microsoft, der IE 11 werde auch nicht mehr weiterentwickelt, und es gäbe nur noch Sicherheitsupdates für den abgelaufenen Browser.

Microsofts Zombie will nicht weichen

Doch zwei Jahre später geistert diese Altlast immer noch wie ein Untoter durchs Netz. Googles Chrome, Mozillas Firefox, Opera und Co. präsentieren am laufenden Band neue Fähigkeiten, und Apples Safari und Microsofts Edge kommen mehr oder weniger schnell hinterher. Damit wird der Graben zwischen den modernen Browsern und der Altlast Internet Explorer 11 immer tiefer.

Wer Webseiten erstellt, lebt ja heute in einer angenehmen Zeit, denn ständig erfreuen uns die Hersteller moderner Browser mit neuen, praktischen Features bei HTML5 und CSS3. Leider merkt man dann schnell, dass man diese Goodies nicht nutzen kann – nur wegen eines einzigen Browsers, für den irgendwie die Zeit stehengeblieben ist.

Beispiele dafür sind unter anderem Srcset and Sizes und CSS3 object fit für die optimale Darstellung responsiver Bilder oder die Definition und Nutzung von CSS-Variablen, die die Arbeitszeit bei der Änderung globaler Werte deutlich reduzieren. Gar nicht zu reden von CSS Grid Layout, das Layoutträume wahr machen kann!

Die Frage ist doch, ob wir nicht endlich auf die denkwürdigen Browserweichen im Code von Webseiten nach dem Motto „<!–[if IE 8]><style>…</style><![endif]–>“ verzichten und uns von der Altlast Internet Explorer 11 trennen sollten.

Ursachen, Schaden und Nutzen

Die Statistiken bei Statcounter sehen den Internet Explorer noch bei 9% aller Seitenansichten – womit über 90 Prozent der Surfer schon auf den Dinosaurier verzichten. Dummerweise kleben diese 9 Prozent aber sehr an ihrem Altmodell.

Einige sind einfach nur deshalb mit dem IE 11 unterwegs, weil der von Anfang an auf ihrem Rechner war. Selbst einen anderen Browser zu installieren, und wenn es auch nur zusätzlich ist, damit moderne Seiten besser aussehen, würde dieser Teil der IE11-Nutzergruppe nicht wagen.

Dazu gehören auch Behörden und Firmen, wo nicht die Benutzer selbst, sondern die IT-Verantwortlichen entscheiden, was auf den Rechner kommt. Manchmal sogar begründet, beispielsweise wenn die Behörde oder die Firma noch programmiertechnische Altlasten (Legacies) wie ActiveX oder Silverlight nutzt und deshalb den IE 11 braucht.

Die Frage aller Fragen

Die Frage für den Seitenersteller ist, ob er darauf wirklich noch Rücksicht nehmen soll oder gar muss. Wenn man mal überlegt und den Mehraufwand zur Berücksichtigung des Microsoft-Zombies IE 11 von bis zu 30 Prozent bedenkt und den Nutzen durch zusätzliche Klicks der 9 Prozent Benutzer der Microsoft-Altlast gegenrechnet, ist diese Frage schnell beantwortet.

Wer seine eigene Internetseite gestaltet, kann seine diesbezügliche Entscheidung ja auch selbst treffen. Bei Kollegen, die als Web-Designer mit der Erstellung und Wartung der Internetseiten ihrer Kunden beauftragt sind, ist das nur dann ein zweischneidiges Schwert, wenn sie nach Stundenaufwand bezahlt werden. 😉

Als kleine Entscheidungshilfe: Den Browser Mosaic des NCSA aus dem Jahr 1993 nutzt heute auch absolut niemand mehr…

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