Barcelona will zu Open-Source-Software wechseln

Posted by GSL-Team - 15. Januar 2018 - Magazin, News, WebWirtschaft - 1 Comment

In Barcelona läuft es genau anders herum als in München – in der bayrischen Hauptstadt ist der Ausstieg aus dem Open Source-Projet „Limux“ inzwischen ja beschlossene Sache, was sich kaum nachvollziehen lässt. Die Katalanen hingegen planen den Umstieg von proprietären Microsoft-Systemen zu Linux für das Frühjahr 2019.

Zeitungen berichten über den Umstieg

Das kann man der spanischen Zeitung El País entnehmen, die berichtet, dass die Stadtverwaltung von Barcelona jetzt den Umstieg auf freie Software plant.

Nach den dort vorgestellten Plänen der Kommissarin für Technologie und digitale Innovation im Rathaus, Francesca Bria, will die katalanische Hauptstadt in der ersten Stufe möglichst viele genutzte Programme durch Alternativen aus dem Open-Source-Bereich ersetzen.

Firefox statt Internet Explorer

Als besserer Ersatz für Microsofts Internet Explorer soll Mozillas Firefox zum Einsatz kommen. Für normale Büroaufgaben könnte Openoffice verwendet werden –  oder besser noch das aktuelle Libreoffice. Emails könnten die Mitarbeiter von Barcelonas Stadtverwaltung in Zukunft vom Open Xchange Server erhalten, wenn die Stadt Microsofts Exchange Server ausrangiert hat.

Dabei bleibt Microsoft Windows zunächst das Standard-Betriebssystem der Stadtverwaltung, soll aber eventuell künftig durch die Linux-Distribution Ubuntu ersetzt werden. Ubuntu läuft schon testweise auf ca. 1.000 Rechnern im Rathaus von Barcelona.

Free Software Foundation Europe: Public Money, Public Code

Damit wird Barcelona die erste Stadt, die sich der Kampagne Public Money, Public Code der FSFE anschließt. Dieser Kampagne der Free Software Foundation Europe (FSFE) liegt ein offener Brief zugrunde, der sich dafür stark macht, dass öffentlich finanzierte Software dann auch freie Software für alle Steuerzahler sein sollte.

Aktuell wird dieser Aufruf an öffentliche Einrichtungen von über 100 Organisationen und mehr als 15.000 Einzelpersonen unterstützt. Dabei soll das Geld der Steuerzahler in wiederverwendbare Systeme investiert werden, die dem lokalen Ökosystem offen stehen, sagte Bria der Zeitung El País.

Mit ihrer neuen Open-Source-Strategie will Barcelonas Stadtverwaltung verhindern, dass große Summen an Steuergeld weiterhin für Microsoft-Softwarelizenzen ausgegeben werden, und dadurch gleichzeitig die Abhängigkeit von proprietären Anbietern durch Verträge verringern, die zum Teil schon vor mehreren Jahrzehnten abgeschlossen wurden.

Vorbilder im Piemont, in Australien und in Helsinki

Kommissarin Bria erklärte der Zeitung, man wolle weg von Microsoft und dabei auch lokale Unternehmen stärker fördern. Bei der Digitalisierung der Verwaltung orientiere sich Barcelona an der italienischen Region Piemont, an Australien und an der finnischen Hauptstadt Helsinki.

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