Aviras Raubkopie-Warnung war eher Marketing

Posted by GSL-Team - 29. November 2017 - News, Sicherheit, WebWirtschaft - No Comments

Der Virenschutz-Hersteller Avira hat einigen Nutzern seiner Anti-Viren-Software (angeblich versehentlich) ein Pop-Up angezeigt, das deren korrekte und gültige Lizenzschlüssel als gefälscht bezeichnete.

Avira hat sich schon entschuldigt

Dazu meldeten sich mehrere Avira-Kunden im Supportforum des Herstellers, weil sie sich zu Unrecht der Nutzung einer Raubkopie beschuldigt sahen. Inzwischen hat Avira den Vorfall auch bestätigt und sich für das Pop-Up entschuldigt – angeblich habe es sich um einen Irrtum gehandelt.

In diesem Pop-up verlinkte Avira unterhalb des Raubkopie-Hinweises auf eine eigene Rabattaktion für die aktuelle Avira-Version Antivirus Pro 2018.

“Danke, dass Sie das Richtige tun”, mussten die fälschlich Beschuldigten dann auf der verlinkten Produktseite lesen. “Tauschen Sie Ihre gefälschte Lizenz gegen eine echte.”

Angebliche Raubkopien sind gültige Avira-Lizenzen

Wenn es sich dabei um eine missglückte Werbestrategie gehandelt hat, wäre das Vorgehen von Avira im Zusammenhang mit einer Sicherheitsanwendung, bei der ja Vertrauen ein hohes Gut ist, besonders schädlich gewesen.

Das soll aber angeblich nicht der Fall gewesen sein, denn nach eigenen Angaben hat Avira die entsprechende Kampagne “irrtümlich an einige Avira-Kunden verschickt”. Daraus könnte man zwar auch schlussfolgern, dass sie eigentlich für Nutzer konzipiert wurde, die tatsächlich gefälschte Lizenzen verwenden – und die sich durch einen Rabatt vielleicht zum Umdenken bewegen lassen. Es bleiben aber Zweifel – besonders bei den Betroffenen:

Bei mir selbst und bei zwei Bekannten in unserem kleinen Dorf im Münsterland wurde das Pop-Up mit dem Raubkopie-Vorwurf auch angezeigt. Das verstärkt schon eher den Eindruck, dass hier zunächst versucht wurde, mit einer falschen Beschuldigung mehr Geld zu machen, um dann schnell wieder zurück zu rudern.

Wie auch immer: Avira bekräftigt in seinem Statement, dass die Lizenzen der betroffenen Kunden “legitim und aktiv” seien und dass kein weiterer Handlungsbedarf für die Kunden bestehe.

 

No comments

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Kommentarlinks könnten nofollow frei sein.