Alexa hört mit und versendet Gesprächsinhalt

Posted by GSL-Team - 28. Mai 2018 - News, Sicherheit - 1 Comment

Es ist nicht der erste bekannt gewordene Fall: Ein Paar aus Oregon/USA wurde von einem Freund benachrichtigt, dass Amazons Alexa eine private Unterhaltung in ihrem Haus aufgenommen und ihm zugeschickt hat. So berichtet es der dortige Lokalsender Kiro 7.

Das Haus ist komplett mit Amazon-Geräten ausgestattet. Es gab aber keine Warnung, dass die Gespräche das Paares aufgezeichnet wurde – erst ein Kollege des Mannes, dem das aufgezeichnete Gespräch von Alexa zugeschickt wurde, deckte den neuen Fall von „Tischspionage“ auf.

Amazon teilte dem Lokalsender in einer Erklärung dazu nur lapidar mit: „Amazon nimmt die Privatsphäre sehr ernst. Wir haben untersucht, was geschehen ist und stellen fest, dass dies ein äußerst seltenes Ereignis ist. Wir unternehmen Schritte, um ähnliche Vorfälle in Zukunft zu vermeiden.“

Bei ZDNet-USA erklärte Amazon den Vorgang etwas genauer: „Echo erwachte durch ein Wort im Hintergrundgespräch, das wie ‚Alexa‘ klang. Dann wurde das anschließende Gespräch als „Nachricht senden“-Anfrage gehört. Zu diesem Zeitpunkt fragte Alexa laut: „Zu wem?“ und interpretierte das Hintergrundgespräch als Name in der Kontaktliste. So unwahrscheinlich diese Kette von Ereignissen auch ist, wir prüfen Möglichkeiten, diesen Fall noch unwahrscheinlicher zu machen.“

Vor diesem Vorfall gab es Anfang des Jahres auch eine Reihe von Berichten, nach denen Alexa-Benutzer ein zufälliges, unaufgefordertes Lachen von ihrem sprachaktivierten Assistenten hörten.

Im letzten Monat berichteten dann auch Sicherheitsforscher, dass sie einen Weg gefunden haben, Alexa dazu zu veranlassen, auf unbestimmte Zeit auf die Benutzer zu hören – und dabei eine Abschrift von allem anzufertigen, was sie in dieser Zeit gehört hat. Amazon will diese Lücke angeblich schon geschlossen haben.

Das wirft erneut die Frage auf, ob man diese Tischlautsprecher nicht treffender als Tisch-Spione bezeichnen sollte. Tiffany Li, die Datenschutzbeauftragte der juristischen Fakultät der angesehenen Universität in Yale, sagte auf Twitter, dass Amazon auch keine speziellen Datenschutzrichtlinien für den Echo oder seine anderen sprachgesteuerten Geräte hat und dass Amazons allgemeine Datenschutzrichtlinien auch keine Details zur Sprachaufzeichnung enthalten.

Damit sollten diese Geräte in der EU seit Inkrafttreten der neuen Datenschutzgrundverordnung in der EU am letzten Freitag in Europa eigentlich nicht mehr verkehrsfähig sein!

One comment

  • Bernd P (1 comments) sagt:

    “Alexa” ist schlicht ein viel zu gewöhnlicher Name für so eine vernetzte Kommunikationseinrichtung, die ihren Namen ja erkennen muss und demzufolge (lokal auf jeden Fall permanent) mithört. Wundert also niemanden. Die hört auf den Namen. Und wenn irgendwer so heisst im Raum und angesprochen wird, dann ist es nur logisch daß die Maschine dann die Ohren spitzt und ggf. online geht um bereit für Befehle und Fragen zu sein.
    “Cortana” oder “Siri” heisst gottlob kaum jemand hingegen.
    Vielleicht sollte Google sich nach einem anderen Namen umsehen. Weil “Zu gewöhnlich”. Zu häufige “Fehleinschaltungen”.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Kommentarlinks könnten nofollow frei sein.