WikiBay-Verkaufsanzeige zum zweiten Mal bei Ebay gestoppt

Posted by malo - 12. März 2010 - News - 5 Comments

Die Nachricht schlug ein wie eine Bombe. WikiBay, die Online-Enzyklopädie wird zum Verkauf angeboten. WikiBay ist der Gegenspieler zu Wikipedia, denn auch hier entstand aufgrund der Mitarbeit vieler hundert Menschen eine Enzyklopädie die für jeden erreichbar ist und hier kann man sich Informationen aus dem Netz ziehen, eben wie die in den guten alten Büchern die viele unserer Eltern und Großeltern noch im Schrank stehen, von einem großen deutschen Medienverlag produziert und verkauft wurde und eine Menge Platz einnehmen. Wikipedia ist die größte Online-Enzyklopädie und als dort Probleme auftauchten mit Autoren, gründete man WikiBay. Ronald B. Fleishman, CEO bei der Attack2net Inc., der Gründerin und aktuellen Eigentümerin von WikiBay äußerte sich zum Verkauf wie folgt: „ WikiBay war als Test gedacht ob sich eine Online-Enzyklopädie ohne Relevanzkriterien überhaupt am Markt behaupten kann und wir waren erstaunt wie groß das Interesse war. Viele Kaufanfragen und Interessenten sind auf uns zugekommen und da wir allen die gleichen Chancen einräumen wollen, haben wir uns für die Versteigerung entschieden.“

WikiBay soll lt. BIZZ einen Marktwert von ca. 90.000 Euro haben, ist bei Google auf 236.000 Seiten erfasst. Der Alexa-Rank liegt bei 261.000 und verfügt über 1798 Backlinks.

WikiBay wurde bei Ebay eingestellt und gleich aufgrund von fehlenden Kontaktdaten gesperrt. So weit so gut. Das allerdings die zweite Einstellung mit verifizierten Kontaktdaten und Steuernummer ebenfalls gesperrt wurde, ist nicht mehr nachzuvollziehen, denn auch hier kam als Sperrgrund die fehlenden Kontaktdaten als Hinweis.

Das Online-Magazin netplosiv.org vermutet hinter der zweiten Sperrung einen Hinweis auf die alte Feindschaft zwischen WikiBay und Ebay und aus Ebay-Kreisen erfuhr das Online-Magazin, dass Ebay ein grundsätzliches Problem mit dem Namen WikiBay habe und allein die Endung „Bay“ mache hier das Problem aus. Ebay ist wohl der Meinung, dass Ebay allein das Recht habe diese Namensendung zu führen und nur so könne man sich erklären, dass der Verkauf von WikiBay gestoppt worden sei. In der Vergangenheit habe man einen Online-Verkaufs-Shop, der den Namen „WikiBay“ führen wollte unter Androhung von rechtlichen Konsequenzen in die Knie gezwungen als der Betreiber eine Abmahnung aus dem Hause Ebay erhielt. Ob Ebay diesen Prozess aufgrund von Interessenskollision gewonnen hätte, bleibt fraglich. Im aktuellen Fall weiß Ebay anscheinend ganz genau, dass weder gegen den Namen noch gegen die Online-Enzyklopädie selber vorgegangen werden kann und Ebay spielt hier mit der Sperrung der Verkaufsanzeige eine kleine Gemeinheit aus und stoppt die Verkaufsanzeige aufgrund von halbseidenen Begründungen.

Das Online-Magazin netplosiv teilt ausserdem mit, dass jeder, der Interesse an dem Kauf von WikiBay habe, sich bis zum 21.3.2010 um 16.00 Uhr unter support@wikibay.org melden und auch hier sein Gebot loswerden kann. Das höchste Gebot erhält den Zuschlag.

Ich bin der Meinung, dass der Verkauf der Online-Enzyklopädie schade ist, da sich so viele Autoren die Mühe gemacht haben eine Alternative zu Wikipedia zu schaffen und damit Unabhängigkeit demonstriert wurde. Beide Plattformen finanzieren sich über Spenden.  Ein Verkauf wird sich sicherlich nachteilig auswirken, da derjenige, der bereit ist so viel Geld für eine funktionierende Domain auszugeben sicherlich andere Vermarktungsinteressen hegt, als die nackte Veröffentlichung von Informationen zu Themen und Schwerpunkten einer Enzyklopädie ohne Relevanzkriterien. Der Verkauf wird von WikiBay auf der Wikibay.org Seite in der Kategorie “Presse”  veröffentlicht, bzw. erscheint hier ein Link zum Online-Magazin netplosiv. Schade, dass Ebay solche Methoden anwendet und Verkäufe zensiert. Ich habe gedacht Ebay sei besser als die Macher von Wikipedia, die in der Vergangeheit auch alles getan haben um an WikiBay kein gutes Haar zu lassen. Bei Wikipedia wurden in der Verganenheit viele Artikel gelöscht, weil diese angeblich keine Relevanz für eine Online-Enzyklopädie haben und nur aufgrund dieser “Zensur” startete WikiBay die es dem Leser selber überlassen ob ein Artikel relevant ist oder nicht.

netplosiv.org

gesperrter Ebay-Link: Ebay Verkauf Wikibay Facebook Like

5 comments

  • nixloshier (1 comments) sagt:

    huiuiuiui! da geht aber so einiger durcheinander in dem beitrag…

    # auf wikibay waren nie “hunderte” mitarbeiter aktiv, zuletzt weniger als fünf.
    # was heißt da, es gab “probleme mit autoren”…?
    # das “online-magazin” netplosiv berichtet nicht mal eben, sondern ist ein projekt des gleichen betreibers von wikibay: dem vermeintlichen SEO-spezialisten “attack2net”.
    # der wikibay-verkauf ist nicht “schade” zu nennen und wikibay war auch niemals eine ernstzunehmende alternative zu wikipedia. echte, ernstzunehmendere alternativen mit ähnlichem ansatz gibt es schon: pluspedia, marjorie, deletionpedia,…
    # wikibay hat sich niemals über spenden finanziert, sondern war ein kommerzielles produkt mit werbebanner und co.
    # wikibays ziel war nie die “nackte Veröffentlichung von Informationen”, sondern einen platz zu schaffen im eigenen interesse: werbung für delgardo, DMP studios, eigene künstler,…
    # der vergleich von ebay zu wikipedia ist… äh: völlig abstrus.

    sonst stimmt aber alles da oben. *hüstel*

  • Malo (24 comments) sagt:

    Du hast Recht. Es wird nicht aus Spenden finanziert. Das war für mich so selbstverständlich, das ich es nicht einmal in Frage gestellt hatte. Jedenfalls hatte WikiBay im November bereits 10000 Seitenzugriffe täglich und ist für mich eine ernstzunehmende Konkurrenz zu Wikipedia. Mir persönlich ist das ständige Geplänkel bei Wikipedia um Relevanz zu dumm und wenn ich es vermeiden kann, dann suche ich nicht bei Wikipedia. Die Idee ansich ist gut, die Umsetzung bescheiden. Sorry für den Fauxpax mit den Spenden.

  • Autor (1 comments) sagt:

    Jedenfalls hat wikibay von Anfang den “Autoren”-Sauhaufen von wikipedia aufgeschreckt wie hier

    http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Wikipedia:Caf%C3%A9&oldid=67461625#Bescherung_.2F_WikiBay (und etliche weitere wikibay-Topics im Café)

    Als sie es trotz Gaga-Einträgen, URV-Artikeln oder schlichten Albernheiten trotzdem nicht verhindern konnten, haben sie eben noch tiefer in die Trickkiste gegriffen, siehe

    http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=MediaWiki_Diskussion:Spam-blacklist&oldid=71768086#wikibay.org

    Bin mal gespannt, wer es übernimmt.

  • zwergnase (1 comments) sagt:

    Dauerhafte 10.000 Seitenzugriffe täglich für Wikibay sind völlig illusorisch. Vom Start am 19.11.09 bis zum 10.12.09 hat man es in 21 Tagen auf 100.000 Seitenaufrufe gebracht. Das sind ca. 4.700 pro Tag. Für die nächsten 100.000 Seitenaufrufe wurde dann ein Zeitraum von 36 Tagen benötigt, was einem täglichen Durchschnitt von knapp 2.800 pro Tag entspricht. Danach sanken die Seitenaufrufe noch weiter, so dass 300.000 Seitenaufrufe erst am 3.3.2010 mit einem täglichen Durchschnitt von nur noch 2.100 erreicht worden sind. Diese Zahlen sind in wikibay selbst nachzulesen: http://wikibay.org/WikiBay_Diskussion:Aktuelle_Ereignisse#WikiBay_Zugriffszahlen_.28traffic.29

  • Wikikericki (5 comments) sagt:

    Und da ist alles vorbei: WikiBay wurde soeben abgeschaltet: http://netplosiv.org/201044969/internet-technik/das-ende-einer-enzyklopaedie-wikibay-wird-abgeschaltet

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