Wiki- was bitte? Wikileaks sichert Autoren Anonymität zu

Posted by malo - 28. November 2009 - News - No Comments

Wikileaks ist momentan in aller Munde, aber kaum jemand in Deutschland weiß mit dieser Plattform etwas anzufangen, bzw. ist diese Plattform oftmals einfach unbekannt. Zwei spannende Veröffentlichungen hat es in den letzten Tagen gegeben. Zum einen die SMS hundertausender Menschen rund um die 9/11-Terroranschläge und dann tausende von veröffentlichten Seiten rund um den unter strengem Verschluss gehaltenen TollCollect Vertrag zwischen der Bundesregierung und dem Betreiber. Beides Fälle in denen die Daten über Wikileaks online gestellt wurden.

Wikileaks erinnert an Wikipedia und das ist natürlich beabsichtigt, denn wie beim Online-Lexikon kann jeder etwas veröffentlichen. Bei Wikileaks geht’s um geheime Dokumente, denn das „leaks“ im Namen steht für undichte Stelle. Die Macher des Portals haben das Portal ins Leben gerufen um unethisches Verhalten in der eigenen Regierung und Unternehmen in die Öffentlichkeit zu zerren.

Den Autoren wird absolute Anonymität zugesichert. Blogger und Journalisten stellen mit den gefundenen Dokumenten Öffentlichkeit her und berichten darüber. Zahlreiche Dokumente stammen auch aus der westlichen Welt, wobei vorrangig unterdrückte Regime wie China, den Nahen Osten oder Russland im Fokus stehen.

Im Fall „TollCollect“ hatten Journalisten oder auch Abgeordnete des Bundestages bisher vergeblich versucht Einsicht in die Verträge zu erhalten.

Hier weitere bisher veröffentlichte Dokumente die Schlagzeilen machten:

-       Geldwäsche beim Schweizer Bankhaus Bär

-       Handbücher der Guantanamo-Wachen

Selbst große Medienmacher wie die New York Times oder der Guardian stöbern in Wikileaks. Dokumente werden bei Wikileaks vor der Veröffentlichung so gut wie möglich geprüft und sollte einmal ein falsches Dokument durchrutschen bei der Prüfung, so setzen die Betreiber von Wikileaks auf den öffentlichen Effekt und einem Nutzer von Wikileaks wird es sicherlich auffallen, dass das Dokument nicht echt ist und hinterlässt dann einen Vermerk direkt neben dem Dokument. Wikileaks hat weltweit 1200 Mitarbeiter und stößt inzwischen an seine Grenzen bei mehr als 1,2 Millionen Dokumenten von allen Kontinenten auf der weiten Welt und das sind eindeutig zu viele um alle eingehend zu prüfen.

Selbstverständlich hat Wikileaks auch Kritiker die beklagen, dass Veröffentlichungen auch Aufwiegelung zur Gewalt darstellen und dass das Eindringen in die Privatsphäre auch problematisch sei. Was, wenn jemand Wikileaks zu Diffamierung nutzt? Es gibt so etwas wie die von der Öffentlichkeit akzeptierten Geheimhaltungsgründe, wie z.B. laufende Ermittlungsverfahren und so etwas wird von Wikileaks ignoriert. Ein Beispiel hierzu ist eine Ermittlungsakte der Baden-Würtemberger Polizei, in der online Fahndungsergebnisse nachzulesen sind.

Wikileaks hofft auf den Fleiß der Massen bei der Sichtung des ca. 10.000-seitigen Vertragswerkes zur LKW-Maut denn Wikileaks macht halt viel Arbeit. In dem TollCollect-Fall spricht der Blog Netzpolitik.org von einem kollaborativen Experiment und das schafft weitere Öffentlichkeit und viel Content für Wikileaks, welcher so zu „Bekanntwerden“ von Wikileaks auch in der westlichen Welt führt.

Der Fall TollCollect auf Wikileaks: TollCollect

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