Reizthema Urheberrecht im Internet – Blogger schlagen Alarm

Posted by malo - 5. November 2009 - News - 7 Comments

Journalisten, Autoren und Verlage verfolgen inzwischen, und meist sehr konsequent, Textdiebe im Internet. Blogger trifft es häufig und das schlägt eine Welle der Empörung im Netz.

Was ist passiert? Eva Schweizer, eine freie Journalistin die für viele Zeitungen aus den USA berichtet, unter anderem auch für die „taz“, hat die Nase voll, weil Ihre Texte meist in Gänze kopiert, vervielfältigt und eingestellt werden ohne dafür zu zahlen und dank neuer Software namens „Textguard“ hat Frau Schweizer jetzt die Nase vorn.

Phillip, einen Blogger, der zwar den Artikel der Journalistin lobte und eine Kopie ins Netz einstellte hat eine Abmahnung samt Rechnung erhalten und die Journalistin will Phillip keinesfalls vom Haken lassen.

Die Software „Textguard“ sucht über Schnittstellen Kopien im Internet und über einen von der Journalistin verfassten Artikel, der darüber handelte, wie schwer es für Magazin und Zeitungen sei heute noch Recherche zu finanzieren, kamen der Softwarespezialist Gerigk zusammen und letztlich wurde die Journalistin Kundin von Gerigk. Gerigk arbeitet auf Provisionsbasis und so kam es, dass der Blogeintrag von Phillip aufgefunden wurde. Viele Blogger meinen, diese Abmahnung sei nicht gerechtfertigt, aber weit gefehlt,denn es stellt eine Urheberrechtsverletzung dar, fremde Texte komplett kopiert ins Netz einzustellen, ohne eine Erlaubnis einzuholen, und dieses hatte Phillip versäumt.

Die Grenze zwischen Urheberrechtsverletzung und Zitaten aus fremden Texten ist fließend und so schafft die neue Software hier Rechtssicherheit. Gefundene Texte über diese Software werden immer noch manuell abgeglichen bevor Abmahnungen versendet werden.

Im Falle der Journalistin fielen 50 Texte im Internet auf die kopiert waren, aber eben nicht bezahlt wurden.

Jeder hat das Recht einen fremden Text zu zitieren, aber eben nicht komplett und das scheint bei vielen Internetusern noch nicht angekommen zu sein. In der Vergangenheit wurden solche Verstöße nicht geahndet, weil schlicht und einfach die Möglichkeiten der Auffindung nicht gegeben waren und das ändert sich gerade, also habt Acht liebe Schreiberlinge, Big Brother is watching you!

Neuste Entwicklungen gehen sogar so weit, auch Fotos auffinden zu können die mit einem Mausklick „geklaut“ wurden. Einen Prozess aufgrund einer Abmahnung hat es noch nicht gegeben, denn alle Abmahnungen seien bisher anstandslos gezahlt worden, spätestens als die Klageeinreichung verschickt wurde, so die Aussagen von Anwendern dieser neuen Software „Textguard“.

Die Nachrichtenargentur „dpa“ setzt auf ein weiteres Programm dieser Art, namens „Attributor“ und selbst die FAZ sucht damit nach Kopien im Netz. Beide Programme finden sogar Textdiebstähle die nur teilweise kopiert wurden. Treffer bis auf sieben Wörter genau werden aufgefunden und auch hier finden nach Auffindung Einzelfallprüfungen statt, weil die Grenze zwischen Urheberrechtsverletzung und Zitatrecht eben nicht so einfach zu ziehen ist.

Alle Agenturen und Magazine setzen inzwischen mehr oder weniger auf diese Art Software, weil Arbeitsplätze hinter den Agenturen stehen und erst einmal ein Unrechtsbewusstsein geschaffen werden muss und vielleicht wird aus einem Textdieb ja ein potentieller Abokunde, so die Meinung der Agenturen und Magazine.

Phillip, der erwischte Blogger soll in jedem Fall eine deutlich spürbare Spende an einen caritativen Verein bezahlen, dann würde man ihn letztlich doch vom Haken lassen.

http://www.nomnomnom.de/ (Link zum Blog von Phillip)

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7 comments

  • Jared (7 comments) sagt:

    Ich will ja wirklich nicht meckern, ABER liebe Leute:

    1. Wieso kann man seine Quellen nicht verlinken?
    2. Wieso wurde der Blog vom Phillip nicht verlinkt?
    3. Die Frau heißt Eva Schweitzer (mit t im Nachname)

    Ich lese eure Artikel wirklich sehr sehr gerne und werde trotz dieser kleinen Macken auch nicht damit aufhören, aber wie soll ich als aufmerksamer Leser dieses Thema weiter verfolgen wenn nicht einmal ein Link im Artikel platziert wurde?!

    PS: Das Thema wurde ja schon mal diskutiert :)

    • Rieke (150 comments) sagt:

      Ich will ja auch nicht Meckern aber deine Kommentare sind NICHT gelöscht worden sondern wurden von Akismet in den Spam Ordner einsortiert, so das ich diesen gar nicht zu Gesicht bekommen habe, erst den letzten mit dem Hinweis das dein Kommentar gelöscht worden sei, hat mich aufmerksam danach suchen lassen.

      Malo (die Autorin des Beitrags) liegt grade mit einer Grippe flach und ich habe keine Ahnung woher Sie von dem Fall weiss.
      Ich selbst bin heute über Nachfolge Artikel zu dem Thema gestolpert die ich extrem lesenswert fand:
      heise Teil 1 und darin verlinkt, sehr genial geschrieben und unbedingt empfehlenswert wenn man sich für Verlage, Medien, Kulturflat interessiert:
      heise Teil 2 und über die Abmahn Ideen der AP Agentur
      heise Teil 3

      Nimm dir Zeit zum lesen, es lohnt sich :)

  • Jared (7 comments) sagt:

    Schade das mein Kommentar gelöscht oder nicht einfach veröffentlicht wurde :(

  • Malo (24 comments) sagt:

    Au weia… sorry Leute, hab den Link zum Blog von Phillip nachgereicht im Artikel… was so eine Grippe ausmacht und man nicht sofort hier hereinsieht.. sorry nochmal.

    http://www.nomnomnom.de/

    nochmal der Link
    und meckern hilft.. wer nicht meckert, dem kann nicht geholfen werden. Ich lern ja noch..:-) und Frau lernt gern dazu…:-)

    LG
    Marion

  • Jared (7 comments) sagt:

    Danke für die Antwort ;)
    Ich hatte danach natürlich schon recherchiert aber andere Artikel gefunden! Die von dir verlinkten werde ich mir auf jeden Fall mal zur Gemüte führen.

    Um nochmal zum Spam zu sprechen zu kommen – ich würde euch raten euch von Akismet zu trennen und stattdessen mal die “Antispam Bee” auszuprobieren. Ich betreibe das WordPress Antispam Plugin seit längerer Zeit auf vielen Blogs die ich verwalte und es gibt nur gute Ergebnisse ;) Dann könntet ihr auch den Diskussionskiller (Captcha) deaktivieren.

    Nur so am Rande!

    lg

    • Rieke (150 comments) sagt:

      Antispam Bee ist von Sergej, das muss gut sein ;)
      Hatte mit Akismet bisher noch keine Probleme, es hat letzten Monat 436 Spams gefressen und diesen Monat schon fast 200. Dazu gibt es einen Spam Ordner in dem man binnen einer Frist rein schauen sollte, aber da das WebWorkMagazin ein Brotloses Projekt ist, hab ich das wohl verschwitzt.

      Wenn ich Zeit habe, werde ich Spamm Bee testen !
      Liebe Grüße
      Rieke

  • [MARKED AS SPAM BY ANTISPAM BEE]
    […] Via webwork-magazin.net […]

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