OSM – Statt Abmahnfalle lieber mit offenen Karten spielen

Posted by Ingmar - 15. September 2009 - Magazin - 3 Comments

header_osmImmer wieder hört man von Abmahnwellen wegen der Geltendmachung von Urheber- und Nutzungsrechten an Kartenmaterial.

Der Einsatz vieler Freiwilliger hat jedoch zu einer Zusammenstellung von Kartenmaterial geführt, was größeren Anbietern mittlerweile eine ernst zu nehmende Konkurrenz bietet: OpenStreetMap.org hat es sich zur Aufgabe gemacht, Kartenmaterial durch frei verfügbare Sateliten-Aufnahmen und die Daten von Radfahrern, Wanderern, etc. zusammenzufassen. Bis vor einigen Jahren, waren nur die größeren Städte der Welt dort verfügbar. Mittlerweile stehen die Chancen aber auch gut, abgelegenere Ortschaften komplett vorzufinden.

Jeder kann sich anmelden und mirwirken, um mit anderen Leuten beispielsweise selbst erstellte GPX-Dateien auszutauschen. Diese können interessante Rad-Wanderwege oder Notizen über Sehenswürdigkeiten enthalten.

Nicht zuletzt ist dieses Angebot aber auch eine enorme Arbeitserleichterung für Webdesigner, die beauftragt werden, eine Anfahrtskizze für den Kunden zu fertigen.

Über den Tab “EXPORT” wird schnell ein Code mit dem gewünschten Kartenausschnitt und dem gewünschten Zoomfaktor generiert. Auch der Export als PDF zur Nachbearbeitung und/oder farblichen Anpassung an das Design des Kunden ist möglich und vollkommen legal.

Im projekteigenen WIKI findet sich auch eine Anleitung, mit der man die Karte mit eigenen Markierungen versehen kann. In der Anleitung wird genau beschrieben, welche Punkte auszufüllen sind, damit die gewünschten Daten auf der eigenen Homepage angezeigt werden. Im ersten Moment mag es nach einem Haufen Zahlen aussehen. Aber die Ermittlung der Koordinaten ist wegen eines weiteren kostenlosen Services der Geofabrik GmbH denkbar einfach.

geofabrik

Geofabrik.de bietet neben der Koordinatenermittlung noch eine Menge anderer Dienste an, sodass die Seite auch ohne dass die obige Funktion nutzt, ein echter Hingucker ist. Zuerst ist natürlich die Markierung das Wichtigste. Diese besteht aus zwei Zahlen, dem Längen- und dem Breitengrad. Der Kartenausschnitt orientiert sich ebenfalls an so einem Punkt. Da der Mittelpunkt der Karte jedoch nicht immer der Punkt der Markierung ist, sollte man diesen Wert gesondert ermitteln. Bei diesem Beispiel war es mir wichtig, dass sowohl der markierte Punkt (das Lübecker Holstentor), aber auch der Bahnhof Lübecks auf der Karte zu sehen sind. Das Tool der Geofabrik GmbH wirft hier unten rechts in dem Kasten mittig das Zentrum der Karte aus. Ein Klick auf die Karte setzt die gewünschte Markierung. Diese wird live unten in einer gesonderten Leiste angezeigt. Klickt man anschließend auf den Permalink, erhält man die nötigen Daten:

  • &lon=10.67488&lat=53.86615
  • &zoom=16
  • &mlon=10.67989&mlat=53.86622

lon und lat beziehen sich auf das Kartenzentrum, während mlon und mlat auf die Markierung bezieht.

Leistung und Gegenleistung

Der Deal ist die moralische Verpflichtung, an der Vervollständigung der Daten mitzuwirken oder aber eine kleine Spende fließen zu lassen. Auf der Projektseite werden diverse Programme angeboten, mit denen man sich schnell an der Vervollständigung des Kartenmaterials beteiligen kann. Außerdem ist dies die Basis für offene Navigationssysteme und Kartensysteme ohne strenge Lizenzbedingungen. Damit komme ich auch zum fast wichtigesten Thema:

Lizenzbedingungen

Das Copyright des Kartenmaterials verbleibt bei OpenStreetMap.org. Zur Verfügung gestellt wird es unter der Lizenzart Creative Commons Attribution-ShareAlike (Kurzform: CC-by-sa). Im projekteigenen WIKI werden die Fakten, die man bei der Lizenz zu beachten hat, sehr übersichtlich dargestellt:

Druckwerke und andere Offline-Angebote

Online-Angebote

Quelle: http://wiki.openstreetmap.org/wiki/DE:OpenStreetMap_License

Beispiel

Hier ein Beispiel, welches zeigt, was man alles einrichten kann. Ich habe hier das Holstentor als Icon gewählt. Klickt man auf das Icon, öffnet sich ein frei definierbarer Popup-Text. Über das + an der rechten Seite kann man weitere Layer ein- oder ausblenden. Beispielsweise werden auch von OpenStreetMap Fahrradkarten oder aber die öffentlichen Verkehrsmittel einiger Städte angeboten. Einfach ausprobieren:

Größere Karte anzeigen


© by OSM, License: CC-by-sa

Fazit

Nachteile sind zum einen, dass die Ladezeiten hin und wieder länger andauern, zum anderen, dass eben noch nicht alle Gegenden lückenfrei erfasst sind.

Die Vorteile sind dafür aber: Hat man es einmal in die Internetpräsenz eingebaut, werden Änderungen am Kartenmaterial automatisch mit in der Homepage angezeigt. Die Anpassungsmöglichkeiten sind – wenn man genug Geduld hat – nahezu unbegrenzt.

Wir hoffen, dass das Projekt OpenStreetMap weiterhin so gut wächst!

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