Markennamen im Internet – wenn der Anwalt abmahnt

Posted by malo - 12. November 2009 - News - 3 Comments

Ach herrjee…. „da muss man ja wirklich aufpassen“ – so war meine erste Reaktion als ich im Internet über diese Problematik gelesen habe. Wie schnell ist das passiert, denn ein eingestellter Artikel beim Onlineauktionshaus, den ich rechtmäßig erworben hatte vor einiger Zeit, könnte mich hier ja schon in Schwierigkeiten bringen oder ein Blog in dem ich mich über eine Marke äußere mit der ich eventuell nicht zufrieden bin. Post vom Anwalt möchte ich selbstverständlich nicht erhalten, aber verkaufen oder mich in meiner Meinung äußern möchte ich schon, denn so etwas ist doch Meinungsfreiheit oder etwa nicht? Wenn ich allerdings befürchten muss, Post von einem Anwalt zu erhalten wenn ich nur ein Rezept ins Internet einstelle, dann hört für mich der Spaß auf.

So geschehen in einem Hausfrauenforum www.hausfrauenseite.de Hier hat eine Userin ein Rezept für einen Dresdner Stollen eingestellt und promt Post vom Schutzverband Dresdner Stollen e.V. bekommen mit dem Hinweis diese Userin dürfe den Markennamen nicht verwenden. Selbst die Veränderung auf „Stollen Dresdner Art“ dürfe nicht verwandt werden. Die Userin nannte den Stollen dann in „Christstollen“ um, aber was bitte ist das für eine Art und Weise des Schutzverbandes? Letztlich sorgte die Userin doch nur für die Verbreitung des Rezeptes und somit trug sie doch zum Schutz des Stollens bei, oder etwa nicht?

Ein weiterer Fall handelt von Bloggern eines Haustierforums die den Firmennamen einer Anti-Haft-Beschichtung nannten und kritisierten, weil Fälle bekannt wurden, wo es zu tödlichen Vergiftungen von Haustieren kam durch die Ausdünstungen der Beschichtung. Auch hier wurde abgemahnt und das schon vor Jahren.

Um sich eventuell gar nicht erst die Finger beim tippen zu verbrennen, schaue man am besten beim Deutschen Patent- und Markenamt im Internet vorbei unter https://dpinfo.dpma.de denn hier findet man schützte Markennamen.

http://www.monstersandcritics.de/Facebook Like

3 comments

  • Manuel (43 comments) sagt:

    Das ganze Thema mit den Abmahnungen lässt einen echt verzweifeln. Als normaler “User” hat man es da echt gut. Beim Lesen kann man nicht viel falsch machen.
    Allerdings muss jeder, der irgendetwas im Internet der Welt kund tun möchte, aufpassen, dass nicht schon morgen eine Anwaltsrechnung eintrudelt.
    Als Anbieter einer Community-Platform, und sei es nur ein Blog mit Kommentar-Funktion, wird mittlerweile dazu verdonnert, jeglichen Content genaustens zu filtern. Andernfalls kostet es gleich mehrere hundert Euro. Aus den Anfängen des Internets kenne ich das ganz anders. Wenn man damals den Content einer halben Website von jemandem kopiert hat und dem das nicht gefallen hat, dann wurde eine E-Mail geschickt, in der stand, man soll’s wieder löschen … oder man musste einen Link zur anderen Seite einfügen. War dann ja auch schon wieder Werbung für den anderen.
    Heutzutage reagiert man imho sehr viel gereizter auf das Thema. Und eigentliche Banalitäten mutieren zu ausgewachsenen Rechtsstreitigkeiten. Wobei eine einfache Mail mit der Bitte/Aufforderung um Löschung auf jeden Fall schon genügen würde. Aber diese Möglichkeit bleibt einem verwehrt. Immer muss es gleich Kosten verursachen, a la “Lernen durch Schmerz”.
    Schwachsinn. Ehrlich… alles ganz großer Schwachsinn…

    • Rieke (150 comments) sagt:

      Zum einen bin ich auch dafür Leute erst mal per Mail anzusprechen. (Habe selbst schon für ehemalige Autoren für ein Bild teuer bezahlt). Aber andererseits, wenn es Gesetzmäßig so wäre, dass man immer erst auf eigene Kosten aktiv werden (anschreiben) müsste, dann würden einige Pfiffige Leute durch kalkulieren ob sie mehr verdienen als verlieren, wenn Sie Content generell klauen, nach dem Motto “Wenn sich jemand beschwert kann ich den einen Artikel ja raus nehmen” .

      Leider gibt es Abmahn-Abzocker genauso wie Diebesgesindel das an der Arbeit anderer Leute verdient und immer genau so weit geht, wie die Schmerzen zu verkraften sind.

  • Dietmar (1 comments) sagt:

    Hallo,

    es kommt natürlich auf den Fall drauf an. Ich denke auch, dass viele Unternehmen überspitzt und vor allem zu sensibel und unerfahren reagieren, wenn sie ihre Marke im Internet gefährdet sehen.
    Bestes Beispiel ist hierfür ist doch Jako, die mit ihrem sofortigen Anwaltaktivität einen viel größen Imageschaden angerichtet haben, als wenn sie nichts unternommen hätten. Die Kräfte, die die soziale Konstruktionen der Social Media haben können, werden oft nicht richtig eingeschätzt. Wie hier auch erwähnt ließe sich bestimmt viel Geld und Ärger mit einer normalen Mail verhindern. Auf der anderen Seite sind es ja gerade die Marken, die den Unetrnehmen zur Kapitalisierung dienen und gerade deswegen als sehr schutzbedürfdig erscheinen.

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