Journalistin wegen Sex Thema zu 60 Peitschenhieben verurteilt

Posted by Rieke - 26. Oktober 2009 - Magazin, News - 7 Comments
arabische augen 4
© Claus Mikosch – Fotolia.com

Im Königreich  Saudi Arabiens wurde die 22-jährige Journalistin Rosanna al-Yami zu 60 Peitschenhieben verurteilt, weil ein Mann in Ihrer Sendung über Sex sprach.  Der 32-jährige Mann gab zu mit 14 das erste mal Sex gehabt zu haben (mit seiner Nachbarin) was viele streng islamische Zuschauer schockierte. Er wurde Anfang Oktober gemäß Scharia (nach islamisches Recht die alleinige Grundlage von „Menschenrechten“) wegen “unmoralischen Verhaltens” zu 1000 Peitschenhieben, 5 Jahren Gefängnis und anschließend 5 Jahre Landes-Arrest verurteilt und verlor seinen Job bei einer staatlichen Fluglinie. Damit entkam er wahrscheinlich nur Knapp einer Todesstrafe über welche zuvor bereits in den Medien die rede war.

Es wurde angekündigt das Büro des libanesischen TV Senders LBC von den Behörden zu schließen, da der Sender gegen Moral und Ethik verstoßen habe.  Laut Aussage der Journalistin werde der Sender zwar als illegal bezeichnet aber erst vor kurzem sei dort noch der Informationsminister aufgetreten.  Laut Spiegel Online wird der Sender dem saudi-arabischen Milliardär Prinz El Walid ben Talal kontrolliert.

Auch 3 Freunde des Mannes, welche in der Sendung aufgetreten sind, wurden zu 300 Peitschenhieben und 2 Jahren Gefängnis verurteilt.

In Saudi-Arabien ist Sex außerhalb der Ehe strengstens verboten. Eine Religionspolizei achtet darauf das mit miteinander verheiratete Männer und  Frauen keinen Kontakt zueinander haben. Und auch generell achtet Saudi Arabien nicht gerade die Menschenrechte, Amnesty International listet Jahr für Jahr in seinen Berichten schockierende Tatbestände auf.

In Zeiten in denen wir gegen Stopschilder und Zensur kämpfen, ist es schon etwas eigenartig über völlig “normale”  Praktiken aus fernen Ländern zu lesen. Und si wie uns dank Gewohnheit der Anblick von Kopftüchern nicht mehr all zu befremdlich erscheint, ist das eben die harmloseste Form “fremder Kulturen” … wenn man es denn so nennen möchte.

Es ist uns auch nicht fremd, dass Meinungsfreiheit, Pressefreiheit nicht überall selbstverständlich ist, daher lehnen wir uns ja auch gegen jeden Einschnitt auf, während den Anfängen.  Ja und wir wissen auch, das es Länder gibt, in denen Menschen gesteinigt werden, in denen Frauen erschlagen werden die ihre Männer mit Ihrem Schwiegervater betrogen haben sollen … in denen eine Scheidung nicht möglich ist. In denen man eingesperrt wird, wenn man sich unfreundlich gegen Politische Führungskräfte äußert.

Aber das klingt immer so Weltfremd, klingt nach 3-Welt Land, klingt nach einem Ort an dem man die Menschen gerade erst mit einer Banane vom Baum gelockt hat oder ?

Aber “TV Sender”, “Kamera-Team”, “Journalistin”  das sind Worte aus der heutigen Zeit, aus unserer Realität, aus dem Jetzt und Hier und Heute .. .. die passen nicht zu “Peitschenhiebe” , das geht nicht rein in den Kopf, das passt nicht. Aber es zeigt um so deutlicher warum wir jeglichen Anfängen von Zensur die Stirn bieten müssen.

Google News kennt 150 Artikel zu diesem Thema, der für mich Beste war im Spiegel Online.  Der Artikel hat sehr viele weitere Fälle von für uns und unserem Verständnis von “Menschenrechten” völlig absurden Urteilen aus der Region hervor gehoben und verlinkt.Facebook Like

7 comments

  • [...] This post was mentioned on Twitter by tagesthemen, Janine. Janine said: #love STERN.DEJournalistin wegen Sex Thema zu 60 Peitschenhieben verurteilt4websites.deIm Königreich Saudi.. http://bit.ly/1umH2l [...]

  • Fritz (1 comments) sagt:

    Hoffentlich wird sie nicht begnadigt. Sie braucht die 60 Peitschenhiebe.

  • JM (1 comments) sagt:

    Vorschlag: Wir tauschen die Islamisten, die in Deutschland auch die Scharia einführen wollen, gegen die Journalistin und ihre TV-Gäste aus. Dann fühlen sich unsere Extremisten endlich wieder wohl, weil sie schlagen und foltern können. Die jetzt in Saudi-Arabien bestraften Menschen passen mit ihrem Weltbild hingegen gut in unsere Gesellschaft, können schon jetzt als integriert gelten.

  • Manuel (43 comments) sagt:

    Uff… bitte nicht falsch verstehen. Aber angesichts der Sitten klingen die 60 Peitschenhiebe ja noch “fast” “human” und “angemessen”. Aber 1000 + 5 Jahre Arrest + 5 Jahre Landesarrest? Da ich nicht davon ausgehe dass die 1000 Hiebe “wohlwollend” über ein Jahr verteilt werden, sondern recht gebündelt erfolgen, täte es mich kein bisschen überraschen wenn die Todesstrafe den gleichen Effekt auf humanere Weise erzielen würde.
    Bei solchen Verfahren und Ansichten stellt es mir wirklich sämtliche Nackenhaare auf. Bei den Kommentaren die bisher gefallen sind, ists leider nicht anders.

    • Rieke (149 comments) sagt:

      Mir ging es beim lesen der Kommentare ähnlich, habe auch gezögert ob ich den “Müll” als Kommentar wirklich freigeben soll, mich dann aber darauf besonnen das wir nur im Notfall “zensieren” möchten… dazu gehört es dann leider auch Amöbenkommentare frei zu schalten …
      Je nach Peitsche und Henker, will ich nicht wissen was 60 Peitschenhiebe von der jungen Frau übrig lassen und ob der Mann 1000 Peitschenhiebe überlebt. Aber wie du schon sagst, im Anbetracht anderer Urteile ist es fast human nur “fast” zu Tode geprügelt zu werden.
      Eine Frau wird vergewaltigt und erhält dafür 90 Peitschenhiebe als Strafe dafür … 60 Peitschenhiebe + ein halbes Jahr Gefängnis für eine Frau die von zuhause fern blieb … ich lese sicher nicht zum ersten mal über solche Dinge und habe schon häufiger Haarsträubende TV Reportagen darüber gesehen, aber ich bin jedes mal wieder aufs neue Geschockt.

  • Elisabeth (1 comments) sagt:

    solche Sitten aus anderen Ländern stossen bei uns Europäer auf heftiges Kopfschütteln, denn wir lieben unsere Freiheit und dazu gehört auch nun mal die Freiheit in Sachen Sex.

    Es ist wirklich schade, dass menschliche Dinge unterdrückt werden, bestraft werden mit Hieben und Freiheitsentzug… wenns nachdem ginge, müsste in Europa 95 % der Bevölkerung schon im Gefängnis sitzen und entgingen nur knapp der Todesstrafe.

  • [...] zuvor berichtet, ist eine 22 jährige Journalistin zu 60 Peitschenhieben verurteilt worden, da Sie an der [...]

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