Identitäts-Diebstahl, Inkasso, Haftbefehl – Wann trifft es DICH ?

Posted by Rieke - 15. Februar 2010 - News - 8 Comments

Ich habe lange überlegt wie ich die Überschrift des Artikels nennen soll, damit sie verdeutlicht – das es fast JEDEN treffen kann.  Diebstahl der eigenen Identität.

Ich selbst habe nicht schlecht gestaunt, als plötzlich zahlreiche Kleinstbeträge von einem Kleinanzeigenmarkt, von Yahoo und sogar von Strato von unserem Geschäftskonto abgebucht wurden und auch Rechnungen und Mahnungen für Online Dienste auf meinem Tisch landeten. 1700 Euro falscher Lastschriften in kleinen Häppchen innerhalb von 4 Wochen waren es in der Hochzeit.

Natürlich habe ich das Geld zurück buchen lassen und Kontakt zu den Firmen auf genommen. Mit den Firmen habe ich dann meine Daten und die dort hinterlegten Daten verglichen und oft stimmte fast alles. Oft wurde mir auch geantwortet, das sicher einer unserer Mitarbeiter die Bestellungen getätigt hätte, nur ungern wollte man mir glauben.

Ich hatte aber Glück. Strato hat mir z.B. geglaubt, dass ich es als Inhaber einer Firma die seit 10 Jahren als Provider tätig ist, nicht nötig habe bei Strato Hosting Pakete zu bestellen. Dort angegeben waren meine kompletten persönlichen Daten, lediglich die Mailadresse war eine fremde, dort werden die Zugangsdaten hingegangen sein. Schon erschreckend wenn man bedenkt das ich somit zum “Domaininhaber” wurde, welcher ja bekanntlich für die Inhalte der Webseite haftet.

Ich hatte auch schon mal einen Fall, in dem jemand unter dem Namen einer Person bei uns eine Domain bestellte und darunter einen Hardware Shop installierte. Der Shop kassierte das Geld im Vorraus, lieferte aber nie die Ware.  Der Mann dessen Name dort “missbraucht” wurde,  musste einen Anwalt einschalten und wurde von einem wild gewordenen Mob an Verbrauchern “gejagt” die Ihr Geld von Ihm wieder haben wollten, welches er nie bekommen hatte.  Die Sache beschäftigte Anwälte und Behörden eine ganze Weile.

Diese Dinge sind leider keine Einzelfälle, sondern werden stetig mehr und jeden kann es treffen … oft kommt man leider nur sehr sehr schwierig dagegen an.

Heute habe ich einen Artikel hierzu in der “Zeit” gelesen. Hier berichtet ein “Opfer” wie Mahnungen, Schufa Einträge ja sogar Haftbefehle das Leben verändern können. Wie “Experten” schätzen das man ca 400 Stunden Arbeit investieren muss um  aus dem Schlammassel wieder heraus zu kommen, aber auch die Aussage des Opfers, dass 400 Stunden eine optimistische Schätzung ist, das Opfer sieht trotz eingeschaltetem Anwalt noch kein Ende und muss sich täglich mit Briefen, Faxen und Telefonaten gegen falsche Unkosten verteidigen.

Der Artikel in der Zeit ist SEHR gut und ich kann jedem nur empfehlen diesen zu lesen.Facebook Like

8 comments

  • Wishu (19 comments) sagt:

    Ist es nicht zurückverfolgbar, wenn ich eure Bankdaten angebe? Ich meine wenn ich ein Hosting-Paket nehme und es auf euren Namen mache, ist es klar, dass man es nicht zurück buchen kann. Aber die anderen beträge. Da werden ja wohl auch Bestellungen eingegangen sein. Wenn die irgendwo hin geschickt wurden, kann man doch sehen, wer das war oder liege ich da falsch?

    • Rieke (150 comments) sagt:

      Erst mal bestellt jemand bei Otto einen iPod, gibt deinen Namen als Rechnungs-Empfänger an, dein Geburtsdatum und im schlimmsten Fall sogar deine Bankverbindung. Als Lieferadresse, gibt er deinen Namen aber die Kaiser Strasse 14 in Bonn an. Vielleicht klebt er dann einen Namenszusatz ans Klingelschild, damit der Postbote weiss wo er klingeln muss. Er unterschreibt entweder mit seinem eigenen Namen für dich, oder sogar mit deinem Namen.

      In dem Fall bei der “Zeit” , hat ja an der Lieferadresse ein Nachbar behauptet, das Opfer habe eine weile bei ihnen gewohnt(Nur wenige Wochen zu Besuch sozusagen), sei da aber nicht gemeldet gewesen. Das Opfer war aber nie dort gewesen.
      Du bekommst die Rechnung, zahlst nicht, bekommst die Mahnung , zahlst nicht … Inkasso. Oder aber sie buchen einfach bei dir ab, du buchst zurück, Schufa Eintrag, Inkasso … und wenn man zu viel nicht bezahlt, wird schnell gepfändet oder ein Haftbefehl ausgestellt wenn man dir Betrug /Absicht unterstellt.
      Wir hatten schließlich auch schon Kunden, die nach 1 Jahr Nutzung plötzlich behaupten wollten, sie hätten das Hosting Paket nie bestellt, ich solle ihnen doch mal die Unterschrift auf dem Vertrag zeigen…. dabei war im Account NUR die Firmenhomepage hochgeladen und die Seite 1 Jahr genutzt worden… somit glaubt man natürlich auch nicht jedem der Behauptet betrogen worden zu sein.

      Jetzt ist es an dir zu beweisen, das du nicht zu Besuch bei der Lieferadresse warst und von dort das iPod bestellt hast, schließlich wurden ja sogar deine Daten angegeben … du willst ja nur nicht bezahlen, alles Ausreden …

      Wie in dem Artikel geschrieben, musst du dann auf jede verdammte Rechnung/Mahnung reagieren und das nicht nur per Einschreiben, sondern am besten mehr gleisig, + Anwaltskosten die dir niemand erstattet solange der Täter für den jeweiligen Einzelfall nicht geschnappt ist, Eidesstattliche Versicherung und und und.

      Ich habe vor 1-2 Jahren mal einen Link zu einem Tool bekommen, darin wurden Fake-Daten generiert, aus echten existierenden Personen mit Adressen, Geburtsdaten, Bankdaten, ja teilweise sogar Kreditkarten-Daten. Wenn solche Daten erst einmal im Umlauf sind, dann hat man richtig Probleme.

  • Wishu (19 comments) sagt:

    Ok, das war ein bisschen sehr ausführlich. Nimm einen Teil weg. Das dient schon ziemlich stark als Anleitung. Wahlweise auch die komplette Unterhaltung löschen. Ist zu extrem. Nicht, dass man dich dafür noch anschwärzen kann, du kennst doch Deutschland.

  • anonym (2 comments) sagt:

    Sicherlich besteht die Gefahr eines Identitätsdiebstahls, dennoch halte ich dergleichen für Extremfälle. Wer sich besonders gefährdet sieht, sollte (endlich einmal) seinen Lebensstil überprüfen. Beispiel: Wie kann es sein, daß ein völlig Fremder meinen exakten Geburtstag kennt? Und so gibt es noch mehr Daten, die man einfach nicht so ohne weiteres herausgeben sollte, schon gar nicht an eine unbeschränkte Öffentlichkeit.

    In dem Eintrag oben heißt es sinngemäß: Glücklicherweise hat mir die Firma geglaubt. Ich denke, es kommt hier auf Glauben gar nicht vorrangig an. Es ist doch letztlich egal, ob mir eine Firma glaubt oder nicht; sie wird ihre Ansprüche an meine Person knallhart beweisen müssen. Und wenn sie das nicht kann, hat sie Pech gehabt. Und sie wird es nicht können, wenn ich Widerstand leiste wegen eines Identitätsdiebstahls. Identity theft hinterläßt Spuren, die letztlich wahrscheinlich zum Täter führen, auf jeden Fall nicht mit belasten; ich würde mir da keine besonders großen Sorgen machen. Wo es wirklich richtig kriminell wird, das ist, wenn die Geheimdienste Daten ihrer eigenen Bürger mißbrauchen (wie das auch in Deutschland getan wird).

    Es ist natürlich grober Unfug, daß bei einem Rückbuchen von Geld aufs eigene Konto (das ja durchaus berechtigt sein kann!) ein Schufa-Eintrag legal möglich ist. So einfach sind Schufa-Meldungen nicht zu placieren; falls es doch widerrechtlich passiert, hat jeder Betroffene Handhaben dagegen. Auch eine Pfändung ist nicht möglich ohne entsprechenden Titel – und den muß man erst einmal erwerben. Das wird aber sehr schwer bei einem Widerspruch des Betroffenen. Inkassobüros haben gar keine Handhabe, sie haben nicht mehr Rechte als eine Privatperson auch. Wer hier also von Haftbefehl und Pfändung schwadroniert, der sollte sich besser erst einmal etwas näher mit der Materie beschäftigen.

    • Rieke (150 comments) sagt:

      Du behauptest also das die “Story” aus “Der Zeit” Blödsinn ist, das Opfer lügt, dessen Anwalt sowie de genannten Spezialisten Blödsinn reden und man einfach alles ignorieren kann ?
      Wenn eine Rechnung nicht bezahlt wird, dann kann es durchaus zum Schufa Eintrag kommen, sonst würde man im Internet keine Geschäfte mehr machen. Kein Händler würde mehr ohne Vorkasse, also auf Rechnung , per Lastschrift oder Kreditkarte irgend eine Leistung erbringen.

      Aber dem ist eben nicht so, dennoch sind die Händler in der Lage Inkasso Büros ein zu schalten und beim Gericht einen Titel oder Pfändung zu erwirken, vielfach ist hierfür ja nichtmal mehr nötig eine Mahnung zu schreiben, wenn auf der Rechnung ein Fälligkeitsdatum stand.
      Wenn der “Betroffene” sich dann nicht ins Zeug legt und alle Hebel in Bewegung setzt um klar zu machen das seine Daten missbraucht wurden, dann stapeln sich die Probleme. Falls nicht, würde ich mich über einen Artikel der Stiftung-Warentest freuen, welche den Artikel der Zeit widerlegt, wäre spannend.

  • anonym (2 comments) sagt:

    Zunächst einmal: Ich finde es nicht sehr gut, daß, wenn ich hier privat etwas kommentiere und dazu eine E-Mail-Adresse angebe, öffentlich ein Hinweis gegeben wird, der evtl. Rückschlüsse auf meine Person zulassen kann. Das widerspricht m. E. dem comment und ist mir auch noch nie passiert. Vielleicht könnten Sie das wenigstens in anderen Fällen freundlicherweise berücksichtigen.

    Ein Versuch, die unnötigen Emotionen aus der Sache herauszunehmen: Ich habe NICHT ausdrücklich von Fällen geschrieben, wo Leute anderen TATSÄCHLICH Geld schulden. Ich habe lediglich bemerkt, daß Inkassounternehmen keinerlei Macht besitzen; selbst gegenüber wirklichen Schuldnern können sie nichts Gravierendes tun (falls diese sich verweigern). Bestenfalls können sie einen Mahnbescheid beim Amtsgericht BEANTRAGEN (was jede Privatperson auch tun kann). Diesem Mahnbescheid kann man als zu Unrecht ausgewählter Adressat fristgemäß widersprechen (und sollte es unbedingt tun). Vorher kann es nicht einmal ansatzweise zu einer Pfändung oder Ähnlichem kommen.

    Niemand kann etwas über Sie einfach an die Schufa melden, weil es dazu bestimmter Voraussetzungen bedarf: Er (seine Firma) muß ein Vertragsverhältnis mit der Schufa haben, und die Meldung muß wahrheitsgemäß sein. Trifft letzteres nicht zu, können Sie das sofort bei der Schufa ändern bzw. sperren lassen. Drohungen mit der Schufa, um bestimmte unberechtigte Forderungen durchzusetzen, können bereits rechtsmißbräuchlich sein.

    Diese wenigen Dinge sollte man zumindest verinnerlicht haben. Tatsache ist auch, daß Leute, wenn ihnen etwas Unvorhergesehenes passiert, oft nicht wissen, wie sie reagieren sollen. Das ist menschlich verständlich, aber man sollte einfach auch im eigenen Interesse versuchen, sich zuerst zu informieren, um dann effektiv zu reagieren. In der Tat bieten Verbraucherschutzorganisationen dazu Informationen und Hilfestellungen.

    • Rieke (150 comments) sagt:

      Sorry, ich habe gar nicht gesehen das die Mailadressen von Kommentatoren bei uns nicht wie bei vielen anderen Blogs öffentlich mit angezeigt sondern nur im Admin Bereich zu sehen sind. Aber ich habe Sie ja auch nicht wirklich genannt, entschuldige mich hier für das Versehen – es war keine Absicht.

      Ich glaube nur einfach das die Probleme die den Personen recht unverschuldet enstehen, emmens sein können, der Aufwand hierbei Schaden ab zu wenden ist enorm, zumindest wenn man eben dem Bericht der Zeit glauben schenken kann. Und es mag ja sein das man unberechtigte negative Einträge in einigen Datenbanken entfernen lassen kann, aber das ist verbunden mit entsprechend hohem Aufwand. Vor allem wenn es kein Einzelfall ist sondern die Identität massiv genutzt wird.
      Es gibt eben auch viele Menschen die Leistungen in Anspruch nehmen und später behaupten das wären sie gar nicht gewesen, es müsse sich um einen Betrüger handeln… eben weil sie schlichtweg nicht zahlen wollen, der Händler/Anbieter geht daher nicht davon aus das der Kunde aus einer gestohlenen Identität besteht, sondern wie in Deutschland heute auch sehr verbreitet, sich um die Zahlung drücken will (Die Zahl der Firmen die aufgrund ihrer Außenstände pleite gehen, wird nicht klein sein).
      Aus diesem Grunde hat jemand der wirklich betrogen wird, einiges an Aufwand. Derartige “Extremfälle” steigen in Ihrer Zahl eben rapide an, in den USA (die uns in sowas in der Regel voraus sind) ist dieses Problem noch um ein vielfaches weiter verbreitet, hier in Deutschland steigt es eben in den letzten Monaten zusehends an.

  • Jogger (2 comments) sagt:

    Tja da kann man sich bei unserem Rechtssystem nur bedanken. Ich meine wir Webmaster machen es den Gaunern zu leicht die Daten über das Impressum herauszubekommen. Die Amis haben da mehr Schutz. Ich meine solange ich kein Shop betreibe oder irgendetwas verkaufe brauche ich kein Impressum, verstehe denn Quatsch nicht?

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