Die Big Brother Awards 2011 sind vergeben

Posted by GSL-Team - 3. April 2011 - News, Sicherheit - No Comments

Die Big Brother Awards werden auch als Oskars für Datenkraken bezeichnt, denn damit werden jedes Jahr aufs Neue Organisationen und Unternehmen von Bürgerrechts-Aktivisten und Datenschützern “ausgezeichnet”, die sich als besonders unersättliche Datensauger zeigen.

In diesem Jahr geht der Negativpreis in der Kategorie “Behörden und Verwaltung” an Prof. Dr. Prof. Dr. Gert G. Wagner als Vorsitzenden der Zensus-Kommission stellvertretend für alle Beteiligten. Was als “Zensus2011″ bezeichnet wird, ist in Wirklichkeit eine Vollerfassung der deutschen Bevölkerung. Mit dieser “Volkszählung” werden Persönlichkeitsprofile mit sensiblen Daten von mehr als 80 Millionen Menschen erzeugt, die vier Jahre lang personenbezogen erhalten bleiben. Daten aus den kommunalen Melderegistern, von der Bundesagentur für Arbeit und von bundesbehördlichen Arbeitgebern werden ohne rechtzeitige und ausreichende Information der Betroffenen und ohne Möglichkeit des Widerspruchs zusammengeführt.

Den Preis in der Rubrik “Kommunikation” teilen sich die Facebook Deutschland GmbH und die Apple GmbH.

Facebook bekommt ihn “für die gezielte Ausforschung von Menschen und ihren persönlichen Beziehungen hinter der netten Fassade eines vorgeblichen Gratisangebots”. Facebook speichert seine gesammelten Daten in den USA, wo die Geheimdienste Zugriff haben und Löschen nicht möglich ist. Mit “Friend-Finder” und “Handy-App” werden die Telefonbücher der Benutzer enteignet und “Gefällt mir-Knöpfe” outet auch gleich alle Besucher dazu. Facebook ist schon eine “gated community” im Internet, in der die Nutzer ständig observiert werden.

Die Apple GmbH bekommt seinen Datenkraken-Oskar “für die Geiselnahme ihrer Kunden mittels teurer Hardware und die darauf folgende Erpressung, den firmeneigenen zweifelhaften Datenschutzbedingungen zuzustimmen. Wer sich für mehrere hundert Euro ein schickes neues iPhone gekauft hat, will es auch nutzen. Die Kunden haben quasi keine Wahl, den 117 iPhone-Display-Seiten mit Datenschutzbedingungen nicht zuzustimmen, denn sonst könnten sie ihr teures Gerät maximal zum Telefonieren nutzen. Insbesondere die Lokalisierungs- oder Standortdaten der Nutzer werden von App-Betreibern und Werbekunden gerne genutzt, um speziell zugeschnittene Werbung zu platzieren.”

Nicht von ungefähr wird das technische Aushebeln der Hersteller-Zwänge bei Apple-Geräten “Jailbreak” genannt.Facebook Like

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