Der teure Spaß mit dem Personalausweis beginnt heute

Posted by GSL-Team - 1. November 2010 - News, Sicherheit - 2 Comments

Es beginnt mit 28,80 €, die Sie für das gute Stück in Scheckkartengröße auf die Theke des Rathauses legen müssen. Das ist eine Steigerung der Kosten von 400 % in 2 Jahren. Junge Leute unter 24 Jahren erhalten einen Rabatt, auch wenn sie reich sind bis zum Abwinken. Wer allerdings kein Geld  übrig hat wie Hartz 4 – Empfänger, wird wohl auch eher zum sozialverträglichen Ableben als zum Kauf des neuen Personalausweises tendieren. Aber das scheint so politisch gewollt zu sein.

Was kann er, was der alte nicht konnte? Zunächst mal kann er uns verraten, denn er hat einen RFID-Funkchip an Bord, der berührungslos ausgelesen werden kann. Stellen Sie sich vor, Sie haben sich krank gemeldet und ein RFID-Terminal im Kaufhaus Ihres Vertrauens meldet Ihren Aufenthalt dort an Ihren Arbeitgeber. Besser, sie planen auch gleich etwas Geld für eine Metallhülle ein, in die Sie den Ausweis stecken können, dann passiert Ihnen sowas nicht.

Befürworter solcher Funktionen sprechen gern vom Identitäts-Management und freuen sich über weitergehende Möglichkeiten. Schon beim Antrag für den neuen Perso muss man sich für oder gegen die Speicherung der eigenen Fingerabdrücke entscheiden, wobei niemand weiß, wann und wie auf diese biometrischen Daten zugegriffen wird. Man spricht zwar vom Visum-Ersatz an der Grenze, aber da ist eigentlich der Reisepass das nötige Dokument.

Das Passfoto muss ebenfalls biometrisch sein, was das genau bedeutet, erklärt die Bundesdruckerei dem Fotografen. Die eID-Funktionen des Ausweises sollte man, wenn überhaupt, beim Abholen des Ausweises freischalten lassen, wenn man das später tun will, kostet das erneut 6 €. Wer sich für eID entschieden hat, bekommt dann die unter einem Rubbelfeld verborgene fünfstellige Transport-PIN von der Bundesdruckerei. In der Regel hat man seinen neuen Personalausweis dann zwei Wochen nach Beantragung in der Hand und kann ihn 10 Jahre lang nutzen.

Wollen Sie den Ausweis für die elektronische Identifizierung nutzen, brauchen Sie ein Lesegerät für Ihren Rechner. Das sind diese Dinger, über die der Chaos Computer Club und selbst der Bund Deutscher Kriminalbeamter gar nichts halten.Facebook Like

2 comments

  • Manja (1 comments) sagt:

    Das gute alte Gebührenlabyrinth – mich würde mal interessieren woraus die jeweiligen Kosten entstehen! Jeder Bürger ist ja berechtigt eine solche Aufschlüsselung zu beantragen – ob das in der Praxis jedoch zu einfach umzusetzen ist, stelle ich mal dahin! Ich bin erstmal froh noch den alten Perso zu besitzen…

  • [...] Der teure Spaß mit dem neuenPersonalausweis beginnt heute (Webwork Magazin) [...]

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