Datenschützer und Bürgerrechtler gegen Verbot anonymer Zahlungen

Posted by GSL-Team - 17. September 2011 - WebWirtschaft - 2 Comments

Ein aktueller Gesetzentwurf namens “Gesetz zur Optimierung der Geldwäscheprävention “ wird vom Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung stark kritisiert. Der Entwurf sieht vor, dass sich Nutzer von elektronischen Zahlungssystemen auch bei kleinsten Beträgen unter 150 € identifizieren müssen. Im Grunde will die Bundesregierung das anonyme Zahlen im Internet verbieten.

Dabei geht es um Zahlungsmittel wie Ukash oder die Paysafecard. Anonyme Bankeinzahlungen bis zu 1.000 € sollen aber weiterhin möglich sein.

Vom Interessenvertreter der Prepaidzahlungsmittel-Anbieter  Prepaidforum Deutschland (PFD) hört man, dass so eine generelle Pflicht zur Identifizierung das Ende dieses Segments wäre. Wenn dann bei jedem Kauf Name, Anschrift, Geburtsdatum, Betrag und Waren zum Abruf gespeichert würden, gäbe es wegen der mangelnden Datensicherheit (siehe den aktuellen Easycash-Fall) vermutlich keinen Verbraucherschutz mehr, was das Marktsegment mit Transaktionen im Wert von 850 Millionen € in die Bedeutungslosigkeit schicken würde.

Die Grünen sehen in dem Gesetzentwurf den Versuch, in völlig unverhältnismäßiger Weise die gesamte Internetwirtschaft zu überwachen. Innenexperte von Notz: “Für die tatsächliche Verfolgung von Geldwäschern bringt das Vorhaben hingegen nichts. Stattdessen überzieht es selbst Kleinhändler mit bürokratischen Vorgaben.”Facebook Like

2 comments

  • Gregor (1 comments) sagt:

    Ich kenne mindestens vier Schüler und sechs Studenten, welche ebenso gegen ein Verbot von anonymen Zahlungsmitteln, insbesondere paysafecard, sind. D.h. dass ab sofort die Medien angeben MÜSSEN, dass “Datenschützer, Bürgerrechtler, Schüler und Studenten gegen Verbot anonymer Zahlungen” sind. ;-)

    Nein, aber jetzt im Ernst: Im Grunde will niemand, dass anonyme Zahlungsmittel verschwinden, schließlich wird dadurch die Vielfalt der Zahlungsmittel beschränkt. Mal abgesehen davon, dass eine paysafecard ihren Zweck sehr gut erfüllt. Die einzigen Personen welche sich gegen anonyme Zahlungsmittel auflehnen, sind jene welche von den offenen Daten der Bürger profitieren. Selbstverständlich gibt es immer ein paar Idioten, welche anonyme Zahlungsmittel für ihre Zwecke missbrauchen. Allerdings liegt es auch in der Verantwortung eines jeden Bürgers mit paysafecards oder anderen Online-Zahlungsmitteln vernünftig bzw. wohlüberlegt umzugehen. Jemand der dazu nicht in der Lage ist, sollte seine Einkäufe lieber über Bekannte oder Freunde erledigen lassen. Oder ausschließlich das Offline-Shoppen bevorzugen!

  • MagdalenaK2 (1 comments) sagt:

    Ich hoffe, dass es nicht dazu kommen wird, dass man mit Paysafecard nicht mehr anonym zahlen kann! Schließlich ist das für viele Paysafecard-Nutzer der Hauptgrund, damit zu bezahlen. Man muss doch auch die Verbraucherrechte berücksichtigen! Wir wollen nicht, dass alle unsere Daten zu irgendwelchen Marketingzwecken verwendet werden! Deswegen hoffe ich eben, dass die Anonymität bestehen bleibt!

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